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Das Jesusgebet eine Einführung in eine alte spirituelle Praxis mit Andres Straßberger


27. März 2025

Im Vortrag wird uns Andres Straßberger in die Geschichte sowie in die Theorie und Praxis des Jesusgebetes einführen.. Auf diese
Weise soll grundlegendes Wissen vermittelt werden, um allen Interessierten eine Tür für die eigene Einübung ins Jesusgebet zu
öffnen.

Viele Christen spüren in sich eine Sehnsucht, „mehr“zu glauben. Sie wollen auf ihrem spirituellen Weg weiterkommen. Sie strengen sich an, um dem Bild Jesu mehr und mehr zu entsprechen. Und doch machen sie häufig keine Fortschritte, weil sie ihre eigene Lebenswirklichkeit überspringen. Das große Ideal, das uns in Jesus als Vorbild für vollendetes Menschsein vor die Augen gestellt ist, zerbröselt nicht selten in der Mühle unserer Alltagsbeschäftigungen und -verpflichtungen. Da ist die Spiritualität der Wüstenväter des 3. und 4. nachchristlichen Jahrhunderts eine wichtige Quelle, um einen alternativen Weg zu gehen, einen Weg, der nicht beim Ideal ansetzt, sondern bei unseren Herzen beginnt. Es geht um eine Spiritualität von unten, die auf Gottes Stimme im eigenen Herzen hört, damit Schritt
für Schritt alle Bereiche unseres Lebens und unserer Seele von Gottes Geist verwandelt werden. Das Jesusgebet ist dafür ein ebenso einfaches, wie wirksames „Werkzeug“. Es geht in seinen Ursprüngen auf die Gebetspraxis der Wüstenväter zurück und hatte lange Zeit v.a. in der ostkirchlichen Tradition eine geistliche Heimat. Im 20. Jahrhundert hat es sich dann mehr und mehr über die ganze Welt verbreitet. Heute findet das Jesusgebet Anhänger in allen christlichen Konfessionen, sodass inzwischen „von einer ‚Ökumene des Jesusgebetes‘ gesprochen werden kann“(Wikipedia)

Im Kern geht es beim Jesusgebet darum, sich in der Anrufung des Namens Jesu Christi als einer Form des mantrischen Betens einzuüben. Die häufige, wiederholte, laut oder still gesprochene Anrufung des Namens Jesu Christi mit den Worten „(Herr) Jesus Christus, (Sohn Gottes,) erbarme dich meiner“ zielt auf die Durchdringung aller Lebensbereiche mit der göttlichen Gegenwart. Wenn ich das Jesusgebet zu Lebzeiten einübe, verfüge ich nicht nur über ein effizientes „Werkzeug“, meinen Alltag mit Gottes Geist gleichsam wie Brotteig zu durchsäuern, sondern ich habe zugleich einen „Stecken und Stab“ zur Hand, auf den ich mich stützen kann, [!] sooft ich im „finstern Tal“ wandere. Und ich fülle die apostolische Weisung mit Leben, die da lautet: „Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17; vgl. Lk 18,1)